Wo komm' ich her, wo geh ich hin...
Ich denke, lerne, baue, hinterfrage.Zwischen Kamerun und Deutschland.
Zwischen Kunst, Technik, Geschichte und Zukunft.
Ich glaube nicht an lineare Lebensläufe.
Meiner war immer Bewegung, immer Suche, immer Wachstum.
Wenn du hier liest, bleib einen Moment.
Vielleicht findest du dich irgendwo wieder –
in meinen Zweifeln, meinen Triumphen, meinen Fragen.
Über mich
Ich heiße Salomon Firmin Owona und bin 1981 in Kamerun geboren.
Meine frühesten Erinnerungen sind an die sonnigen Tage in Yaoundé:
der Geschmack der roten Erde, wenn ich im Hof spielte,
der Stromschlag, als ich neugierig mit der Steckdose experimentierte,
meine Mama, die müde aber lächelnd von der Arbeit nach Hause kam,
meine Schwester, die sich stundenlang mit ihrer Freundin unterhielt.
Wir waren eine fröhliche Bande, immer auf der Suche nach
neuen Abenteuern.
1989 bin ich mit meiner Mutter und meinen Geschwistern
nach Deutschland gekommen – zu meinem Vater und meiner
Schwester Patricia.
Ich wollte eigentlich nicht weg aus Kamerun,
aber meine Schwester Ginette hat mich mit einem
Fahrrad gelockt und überzeugt.
Ich erinnere mich noch genau an diesen kalten
Wintermorgen in Erkrath-Hochdahl.
Alles war so steril, so fremd – keine Farben,
keine Wärme.
Alle schauten uns an, als seien wir nicht von
dieser Welt.
Meine Mama wurde am Flughafen nicht gut behandelt,
die Blicke der Beamten waren kalt und abweisend.
Es war sehr kalt, nicht nur das Wetter –
eine emotionale Kälte, die ich nie vergessen werde.
Trotzdem war da auch diese Aufregung – ein neues Leben beginnen.
Ankommen war kein Ereignis.
Es war ein langer, manchmal schmerzhafter Prozess.
Ich habe gelernt, mich anzupassen, Brücken zu bauen
und gleichzeitig meine Wurzeln zu bewahren.
Ich bin in Erkrath-Hochdahl aufgewachsen.
Grundschule Sandheide, wo ich meine ersten Freunde fand –
aber auch wo ich meinen ersten richtigen Kampf erlebte.
Ich kann mich an einen Schlag auf den Kopf erinnern,
nachdem ich darauf bestanden habe, dass ein Schreibuntensil mir gehört.
Das wurde wohl von jemandem nicht akzeptiert.
Ich war bewusstlos. Ich weiß nur nicht, wie lange.
Ich habe meinen Eltern nie davon erzählt.
Realschule Hochdahl – ein Ort voller Traumata.
Mein Geschichtslehrer hatte einen anderen Schüler,
paar Klassen über mir, Inder oder Pakistani (ich weiß es nicht mehr),
angewiesen, mich zu schlagen.
Ich war für mein Alter bereits stark und gut durchtrainiert.
Der Lehrer war anwesend. Ich habe einfach dagestanden.
Die Situation war sehr verstörend.
Derselbe Lehrer hatte im gleichen Schuljahr einen Jungen im Gang verprügelt.
Das waren die 90er auf der Realschule.
Trotzdem begann ich dort, Fragen zu stellen.
Später die Höhere Handelsschule in Hilden,
wo ich lernte, dass Wissen Macht ist.
Die jährlichen Sommerferien als Kind waren vielseitig.
Ab und zu ging es in ein Freizeitlager,
oder ich bin einfach mit Freunden von Basketballkorb zu Basketballkorb gewandert.
Es wurde nie langweilig.
Geschichten von Flügen zu exotischen Inseln oder nach Gran Canaria
hatte ich wie andere Kinder nie zu erzählen.
Aber das war okay.
Nur merkwürdig, dass keiner von diesen gutbetuchten Mitschülern
den afrikanischen Kontinent kannte.
Was mich früh begleitet hat, war das Selberlernen.
Nicht als glamouröse Wahl, sondern als pure Notwendigkeit.
Wenn du anders aussiehst und anders sprichst,
musst du besser sein, um mitzuhalten.
Aus dieser Notwendigkeit wurde Leidenschaft –
die Freude am Entdecken, am Verstehen, am Wachsen.
Ich beobachte, teste, verstehe.
Ob Musik, Technik, Handel oder Menschen –
alles ist ein großes Experiment für mich.
Warum machen Menschen das, was sie machen?
Was treibt sie an? Was hält sie zurück?
Diese Fragen beschäftigen mich seit Jahren.
Ich jogge gern um den Badesee.
Nicht für die Fitness, sondern für die Klarheit.
Mit jedem Schritt sortiere ich Gedanken,
prüfe meine Werte auf der Sportuhr
und frage mich: Bin ich noch auf dem richtigen Weg?
Ich bin Vater von drei Kindern:
Afidi, Otis und Salomon Jr.
Sie sind mein Anker in dieser unsteten Welt.
Wenn alles um mich herum sich verändert,
erinnern sie mich daran, was wirklich zählt:
Liebe, Lachen, bedingungslose Akzeptanz.
Sie erden mich mehr als jedes Konzept,
jede Philosophie, jeder Erfolg.
Für meine Familie würde ich durch Feuer gehen,
weil ich weiß, dass sie das für mich auch tun würden.
Ich bin unbequem, weil ich der Jüngste unter den Geschwistern bin,
aber trotzdem laut – in afrikanischen Kulturen haben Jüngere nicht viel zu melden.
Trotzdem! Ich habe immer meine Stimme erhoben,
meine Meinung gesagt, meine Träume verfolgt.
Das hat mich geformt: respektvoll gegenüber Älteren,
aber niemals still gegenüber Ungerechtigkeit.
Was ich tue
Ich habe nie nur eine Sache gemacht.
Rap & Musik – Meine Stimme finden
In meinen frühen Jahren war es Rap – nicht nur Musik, sondern Therapie.
Texte über Identität, Zugehörigkeit, den Schmerz des Dazwischen-Seins.
Mein Künstlername war Mr. F.o.b.s. Meine Initialen.
Während der Ausbildung lernte ich den Pforzheimer Untergrund kennen.
Mit den Jungs aus Mühlacker drehte ich mein erstes Musikvideo "Fobsheim".
Ein Pforzheimer brachte mir die Idee – "Fobs' Heim", schönes Wortspiel.
Ich erinnere mich an diesen magischen Auftritt 2003 in Stuttgart Sillenbuch:
Ich bat darum, dass man mir das Mic zum Hinterausgang bringt.
Vom Off aus beginnend: "Mic-check 1-2, Stuttgart, seid Ihr am Start sag mal hoooh!!"
Sie wussten nicht, wer kommt. Rappend von ganz hinten auf dem Weg zur Bühne
hatte ich plötzlich eine Menge hinter mir im Rücken,
und eine noch größere Meute, die erpicht darauf war zu erfahren, wer ich bin.
Um die Ecke rappend über einen Basketballzug zum Korb –
sahen sie mich und fingen an zu jubeln. Das war magisch.
Später Musikproduktion: Beats bauen in meinem kleinen Zimmer,
Bühnen, Auftritte, das Adrenalin des Spotlights.
Ich war regelmäßig live unterwegs und lokal bekannt –
das erste Mal, dass ich wirklich gesehen wurde.
Mediengestalter – Technik als Sprache
Ausbildung beim Evangelischen Rundfunkdienst Baden in Karlsruhe.
Hier lernte ich, Bilder zu erzählen, Töne zu formen.
Die Technik wurde mein Werkzeug, um Geschichten zu transportieren.
Zum ersten Mal fühlte ich mich wirklich kompetent im Berufsleben.
Live-Moderation – Der Entertainer
Für mehrere Monate Live-Moderator bei NRW TV.
Plötzlich stand ich vor Kameras, führte Interviews,
brachte Menschen zum Lachen, zum Nachdenken.
Eine Rolle, die mir lag – der Vermittler, der Brückenbauer.
Handel & E-Commerce – Das Geschäft mit der Psychologie
Amazon FBA wurde meine Universität des Handels.
Topseller-Produkte, Import/Export, Amazon SEO, Listings.
Aber vor allem: Sales-Psychologie.
Warum kaufen Menschen? Was treibt Entscheidungen?
Ich lernte mehr über menschliche Natur als in jedem Studium.
Krypto & Dezentralität – Die Suche nach Freiheit
Krypto war nie Hype für mich – es war eine philosophische Frage.
Was passiert, wenn Geld nicht mehr von Institutionen kontrolliert wird?
Wenn Macht dezentralisiert wird?
Ich tauchte tief ein: Whitepaper lesen bei Nacht,
Communities aufbauen, philosophische Diskussionen führen.
Es war meine Suche nach einem faireren System.
Vibe Coding & SaaS – Die digitale Schmiede
Jetzt baue ich digitale Welten: SaaS-Produkte,
unter anderem whatsapp.owona.de.
Code als Kunstform, Produkte als Problemlösungen.
Jeden Tag die Freude, etwas vom Nichts zu erschaffen,
das anderen hilft, ihr Leben zu verbessern.
Ndasi.com – Wurzeln und Zukunft
Leitung von Ndasi.com in Kamerun – mein Beitrag zu Hause.
Produktion, Import von Maschinen zur Ziegelherstellung.
Nicht Entwicklungshilfe, sondern Aufbau.
Arbeitsplätze schaffen, Wissen transferieren,
die nächste Generation empowern.
Weil ich weiß, wie es ist, von außen zu kommen.
Werte & Haltung
Ich bin aktiv gegen Rassismus.
Nicht aus Überzeugung allein – sondern weil ich ihn jeden Tag erlebt habe.
Seit meiner Jugend in Deutschland, wo "Ausländer" noch ein Schimpfwort war.
Rassismus ist kein Randthema.
Er strukturiert Lebenswege, zerstört Träume, baut unsichtbare Mauern.
Er hat entschieden, welche Schulen ich besuchen durfte,
welche Jobs ich bekam, welche Türen sich öffneten.
Und er hat mich stärker gemacht – widerstandsfähiger, empathischer, entschlossener.
Darum arbeite ich mit Freunden an weltweiten Online-Communities
wie dem Black Lives Memorial Heidelberg.
Wir machen Schwarze Geschichte sichtbar,
teilen Wissen, bauen Brücken zwischen Kulturen.
Weil Erinnerung der Schlüssel zur Veränderung ist.
Ich glaube an Bildung als Waffe, Kontext als Verständnis,
Erinnerung als Fundament.
Und daran, dass Technik und Geschichte zusammen gedacht werden müssen –
weil Algorithmen die Vorurteile ihrer Schöpfer widerspiegeln,
und weil digitale Räume genauso gerecht sein müssen wie physische.
Projekte & Spuren – Meine digitale & analoge Welt
Einige meiner aktuellen und vergangenen Spuren.
Nicht als vollständige Liste, sondern als Einblick in meine verschiedenen Welten:
Nicht alles davon ist abgeschlossen. Manches ist Prozess. Manches bewusst roh.
Weil Leben nicht linear ist – und ich auch nicht.
Kontakt – Lass uns reden
Ich mag keine steifen Kontaktformulare.
Sie fühlen sich an wie Bewerbungsgespräche – unpersönlich und distanziert.
Wenn du schreiben willst, dann schreib.
Ob ein Gedanke, der dich beschäftigt.
Ein Projekt, das du starten möchtest.
Eine Frage, die dich umtreibt.
Oder einfach nur Resonanz – weil etwas von dem,
was du hier gelesen hast, bei dir angekommen ist.
Ich antworte nicht immer sofort.
Manchmal brauche ich Zeit zum Nachdenken.
Aber ich antworte immer ehrlich.